Montag, 5. März 2018

Projekt - 2018


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Teil 8

Verschiedenes



Bereits geht der Aufenthalt dem Ende entgegen







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Mit Ibrah zusammen konnte ich in einer Woche alle vorhandenen Wand- und Bodenplatten anbringen. Drei Toiletten und eine Dusche sind soweit fertig, bei den anderen sind entweder Wand- oder nur die Bodenplatten verlegt.
Bis die Toiletten benutzt werden können, muss zuvor noch die Klärgrube und das Podest für den Wassertank erstellt werden.
Alles hier – hat seine Zeit.



Ibrah`s Kabelsalat ohne Stecker

Es war eine tolle aber anstrengende Zeit mit Ibrah zusammen. Im Schnitt war der Arbeitsbeginn jeweils um 10.00 Uhr. Er machte nur knapp 30 Min. Mittagspause und dann ging es ohne weiteren Pausen bis 18:30 oder bis gegen 20:00 Uhr weiter. Ich staunte über sein hohes Arbeitstempo das nicht nachlassen wollte. Unglaublich ungewöhnlich!

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Waschtag ist in der Regel der Samstag. Es ist die Aufgabe der älteren Mädchen einer Familie das zu tun. Bei der Grösse der Familien im Busch kommt doch einiges an Wäsche zusammen. Auch muss das Wasser am Brunnen geholt und in Kanistern nach Hause getragen werden. Es versteht sich, dass das mühselig Geschleppte Wasser auch sparsam verwendet wird.



Eine Wäscheleine ist Luxus und deshalb verwendet man das, was die Natur hergibt. Sträucher, Bananenstauden oder Äste von Bäumen werden verwendet um die Wäsche darüber zum Trocknen auszubreiten.
In der Busch Schule bieten sich die Turn- und Klettergeräte zusätzlich an und werden somit mehrfach genutzt.



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Lehmziegel sind in Uganda ein weit verbreiteter Baustoff. Einfach in der Herstellung und zudem Kostengünstig.
Der Lehm wird in Formen gepresst (von Hand), an der Luft getrocknet, danach Kunstvoll aufgeschichtet. Am Schluss wird oben darüber noch eine Schicht Gras gelegt.
Wenn die zu brennenden Ziegel aufgeschichtet sind, wird in den dafür eigens geschaffenen Brennkammern eingeheizt. Dieser Vorgang dauert mehrere Stunden, danach werden die Öffnungen verschlossen.


Ist das Gras oben verbrannt, sind die Ziegel soweit gebrannt. Jetzt muss der Ziegelturm  noch auskühlen. Solche qualmende Gebilde triffst du sehr oft an.


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Mit dem BodaBoda werden die Maissäcke zur Mühle nach Kalagi gebracht damit dort die Körner gemahlen werden können. Ein Sack wiegt 120 bis 130 kg und werden in sieben Fuhren gefahren.
Die Ernte brachte gut 900 kg an Mais ein. Die Schule verbraucht für jeden Schultag 5 kg Mais und 2.5 kg Bohnen. Damit werden 60 bis 65 Personen täglich mit einer Mahlzeit versorgt.
Die eingebrachte Maisernte reicht somit für gut 35 Wochen. Es kann zwei Mal im Jahr ausgesät werden, somit muss der Mais bis zur nächsten Ernte ausreichen.

Gefahren für den Vorrat, dass dieser verderben kann, ist Real vorhanden. Zum einen die Feuchtigkeit oder unerwünschte Nager die sich Zugang zu den Vorräten verschaffen.


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Freitag, 23. Februar wurden Bohnen und Mais ausgesät und am Montag, 5. März, bereits 10 Tage später sind die Pflanzen soweit gewachsen. Begünstigt wird das Ganz auch durch das feuchtwarme Klima.

Bohnen

Findest du den Mais?

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Am Dienstag bereits, lege ich für dieses Jahr das letzte Mal den Weg zur Schule zurück.



Liebe Leserschaft
Durch die Beiträge hoffe ich, etwas von dem was in der Busch Schule geht, dir näherbringen konnte.

Danke für dein Interesse.

Sonntag, 4. März 2018

Projekt - 2018


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Teil 7

Mein zu Hause




So wie die Kinder aus unterschiedlichsten Häusern (Hütten) kommen, sind auch ihre Wege.
Der Schulweg einzelner führt sie mehrere Kilometer weit, zum Teil auf verschlungenen Pfaden zur Schule. Andere haben einen kürzeren Weg vor sich und können diesen mit ihren Mitschülern durch offenes Gelände oder der Buschstasse gehen.


Einige Impressionen:














Samstag, 3. März 2018

Projekt - 2018


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Teil 6

Herbst Heerwurm



Hier in Uganda und in vielen Ländern Afrikas treibt der Herbst Heerwurm sein Unwesen. Durch sein gefrässiges Verhalten und seine gewaltige Population, gefährdet der Wurm die Nahrungssicherheit der Familien, welche ausschliesslich Kleinbauern sind.
In Wikipedia wird diese Technologie sehr gut beschrieben, hier eine gekürzte Version.


Die Push-pull-Technologie ist eine Methode zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Dabei werden innerhalb der Kultur Pflanzen mit abstossender, um die Kultur solche mit anziehender Wirkung verwendet, um die Insekten von den Nutzpflanzen zu vertreiben (push) bzw. wegzulocken (pull).



Desmodium wird zwischen die Reihen von Mais gepflanzt, während Napiergras auch Elefantengras genannt, als „Falle“ in einem Gürtel um das Feld gepflanzt wird. So werden die Falter vom Mais weg zum Napiergras hingelockt, um ihre Eier dort und nicht auf den Blättern des Mais abzulegen. Abstossende wie auch anziehende Wirkung beruhen auf so genannten Blattvolatilen, die mit Geruchsstoffen verglichen werden können und den Insekten zur Orientierung und zum Auffinden der Wirtspflanze dienen. Napiergras wie auch Desmodium sind mehrjährig und können problemlos über zehn Jahre bestehen bleiben. Ist der Mais geerntet, werden die Maisreihen gehackt, während die Reihen von Desmodium und Napiergras vor der erneuten Aussaat lediglich zurückgestutzt werden.
Wie alle Leguminosen kann Desmodium atmosphärischen Stickstoff organisch binden und so für sein Wachstum und das der umliegenden Pflanzen verfügbar machen. Bei den Forschungsarbeiten am ICIPE (International Centre of Insect Physiology and Ecology) wurde festgestellt, dass die freigesetzte Menge von Stickstoff ziemlich genau der entspricht, die Mais für ein optimales Wachstum braucht. Ausserdem wird durch absterbende Blätter und Wurzeln des Desmodiums dem Boden organisches Material zugeführt, was die Bodenorganismen fördert und die Nährstoffverfügbarkeit erhöht.
Napiergras ist sehr schnell wachsend und wird bis zu vier Meter hoch. Teile des Napiergras-Gürtels können geerntet werden, ohne die Schutzfunktion zu beeinträchtigen, und dienen als Viehfutter. Auch das Desmodium kann, wenn es nach der Ernte zurückgeschnitten wird, als Futter dienen.
Durch die Bodenbedeckung des Desmodium wird der Boden vor Erosion geschützt. Ausserdem ist die Verdunstung durch die erhöhte Beschattung gehemmt und der Wasserrückhalt verbessert. 



Text&Foto: Wikipedia /ICIPE

Durch die Anwendung dieser Technologie auf den Feldern der Busch Schule verfolgen wir gleich mehrere Ziele.
-          Biologische Schädlingsbekämpfung in den eigenen Kulturen.
-          Kein Einsatz von Chemie.
-          Grössere Ertragssicherheit
-          Anschauungsbeispiel für Familien der Umgebung, zur Nachahmung.



Mittwoch, 28. Februar 2018

Projekt - 2018


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Teil 5

Ein Arbeitstag




Unter Arbeitsalltag und Zeit versteht man hier in Uganda nicht dasselbe wie bei uns.
Auch in diesem Land gibt es jedoch Ausnahmen, sie sind aber nicht die Regel.

Dienstag, 21.02
Wird geplant, dass die Arbeiten am Toilettenhaus am Donnerstag wieder aufgenommen werden können. Es hiess dann, der Plättlileger habe keine Zeit, er komme am Montag.





Montag, 26.02.
Vereinbart wurde, Treffpunkt Busch Schule, 9:00 Uhr – wie sich’s gehört, ist der Schweizer natürlich zur Zeit da.
Um 10:15 trifft der Plättlileger ein, Super, wo sind aber die Wand- und Bodenplatten?
Etwas sei noch in der Schule vorhanden, sind aber alles Bodenplatten, na ja. Wir beginnen mit dem, was vorhanden ist.
Mein Job ist nun, den Sand und Zement zu mischen und anschliessend mit Wasser zu vermengen.
Das Wasser holst du natürlich mit Kanistern an der Wasserstelle und schleppst diese danach zur Baustelle. Den „Pfludi“ reiche ich Schaufelweise nach Bedarf Ibrah dem Plättlileger und auch die Platten. Um 16:15 Uhr sind drei Böden verlegt.

Ein Generator dient dazu, um nur die ganz schwierig einzupassenden Platten zu schneiden. Alles andere wird mit dem Plattenschneider oder der Zange gemacht.
Wie das Stromkabel des Elektroteils angeschlossen wird, es fehlt natürlich ein Stecker dazu. Die Drähte werden ganz einfach und mit aller Selbstverständlichkeit in die Steckdose gesteckt, das reicht und funktioniert auch, wo ist das Problem.


Ach ja, die Platten sind unterdessen eingetroffen, sechs Stunden später als angekündigt. Das Schöne daran, es stört sich keiner und niemand regt sich auf, die Platten sind ja da, was will man mehr. Also fährt man mit den Wandplatten weiter wie ursprünglich gedacht.
Jetzt ist es 18:15 Uhr und der Zement ist alle, also Zeit zum Aufhören und um nach Hause zu gehen.

Mir steht jetzt noch die Rückfahrt von einer bis anderthalb Stunden bevor. Da Uganda am Äquator liegt, wird es relativ bald dunkel und das hat es in sich.
Wenn es finster ist, dann kommt dir alles Mögliche entgegen, von unbeleuchtet bis einigermassen oder so ziemlich beleuchtet. Trottoir findest du weder entlang von Buschstrassen noch Überlandstrassen, deshalb sind sehr viele Fussgänger zusätzlich unterwegs. Dann solltest du auch noch Löcher auf- und Belagsabbrüche welche zum Teil weit in die Fahrbahn reichen, frühzeitig erkennen.

Dienstag, 27.02.
Es hiess, Ibrah komme zwischen 10 und 11 Uhr. Kurz vor 13 Uhr, gerade richtig zum Mittagessen ist er da. Vermutlich ist die „Verspätung“ auf den starken Regen zurückzuführen. Wie kommt Ibrah in den Busch, mit dem BodaBoda (Motorradtaxi).

Heute beenden wir die Arbeiten kurz vor 19.45 Uhr. Ibrah nehme ich bis Kalagi mit. Von hier geht er mit einem Sammeltaxi und mit sonst irgendetwas nach Hause.





Handwerkehrmahlzeit

Mittwoch,28.02.
Na ja, wir wissen es bereits und deshalb bleibt mir genügend Zeit alles hervor zu holen und bereit zu machen. Heute geht es auch etwas früher „nach Hause“, entweder haben wir weniger Sand und Zement gemischt oder mehr verbraucht.
 

Montag, 26. Februar 2018

Projekt - 2018


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Teil 4

Fischteich



Fisch und Fleisch kommen in der Busch Küche nicht oft vor und somit auch nicht auf den Tisch (Tische gibt es ohnehin keine in den Hütten).

Tilapia > afrikanischer Buntbarsch

By IndiaMart


Ein Grossteil des Geländes der Busch Schule liegt in einer Senke. Es muss nicht tief gegraben werden um auf Grundwasser zu stossen. Ein Fischteich bietet sich geradezu an, warum nicht. Dennoch ist eine wichtige Frage zu klären, was ist bei einer länger anhaltenden Trockenzeit, wenn der Grundwasserspiegel sinken sollte? Von wo könnte Wasser in den Teich eingeleitet werden?

Von der Schweiz aus suchten wir nach entsprechenden Informationen, Objekten und auch nach Organisationen. Gemeinsam wollen wir bestehende Fischteichbesitzer aufsuchen und vor Ort uns eingehend informieren lassen. Wir wollen von den Betreibern erfahren, wie sie vorgegangen sind, was beachtet werden muss, wo gefahren sind, was zu erwarten ist, welchen Aufwand es bedeutet, ihre Erfahrungen und einiges mehr.

Um die Teichbesitzer zu kontaktieren ist der Gang auf die Lokale Behörde ein Muss, was hier dauern kann. Obwohl wir wissen wo Fischteiche angelegt sind, die Besitzer aber nicht kennen, können und dürfen wir den direkten Kontakt zu diesen nicht suchen.


Auch dafür wird es eine Lösung geben.


by Grace International Childrens Foundation (Beispielbild)

Durch das Anlegen von einem (oder auch mehrere) Fischteiche kann das Nahrungsangebot in der Schule wesentlich erweitert werden. Eine Zusätzliche Einnahmequelle beim Fischverkauf und auch das Arbeitsangebot erweitert sich.

Schulungen und weitere Unterstützungen werden von Lokalen grösseren Fischfarmen oder solche die sich in Genossenschaften zusammengeschlossen haben angeboten. Diese Institutionen gilt es zu nutzen und von ihren Angeboten (natürlich gegen Bezahlung) Gebrauch zu machen.


Da bereits die Regenzeit früher als erwartet eingesetzt hat, kann dieses Projekt zurzeit nicht umgesetzt werden. Diese Zeit wird nun genutzt, weitergehende Informationen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen, um danach an die Umsetzung gehen zu können.

Freitag, 23. Februar 2018

Projekt - 2018


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Teil 3

Aussaat



Wie bereits erwähnt, hat die Regenzeit früher als gewohnt eingesetzt.
Dies bringt die Familien und auch die Mitarbeiter der Schule in “Stress“. Die Gärten und Felder sind noch nicht für die neue Aussaat bereitgestellt.
Dies gilt nun auch für die Schüler, alle haben bei der Gartenarbeit ihren Teil beizutragen, denn sie erhalten auch Mahlzeiten dafür.

Diese Arbeiten haben jetzt Priorität und Vorrang. Zum Lernen gibt es immer wieder die Möglichkeit und die Zeit dazu. Ein leerer Teller zu haben macht auch keine Freude, los geht’s, an die Arbeit.